Eine alte Sorte des Kohlrabi mit walzenförmiger Knolle!
Gemüse des Jahres 2025/26 ist der Blattkohl - auch die Blätter der Kohlrabis können verwendet werden ( https://www.nutzpflanzenvielfalt.de/sites/nutzpflanzenvielfalt.de/files/artikel/u467/Blattkohl%202024%20-%20Blattkohl%2020240924.pdf).
Foto: St. Michalk Foto: B. Fleischer
Brassica oleracea L. ssp.capitata (L.) DC convar. acephala (DC.) Alef. Var. gongylodes L.
(ursprünglich aus IPK Genbank Gatersleben Akz.-Nr: BRA 1454)
Anbau: lange Entwicklungszeit und großer Platzbedarf, Mindestabstandweite 40 x 40 cm
Bildet große walzenförmige Knollen, aber auch diese großen Knollen bleiben noch zart. Anbau nicht nach Juni, da lange Entwicklungszeit.
Kohlrabis wurden erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, damals hatten alle Sorten einen walzenförmigen Strunk. Erst im 18. Jahrhundert setzten sich die runden Kohlrabi durch, wie wir sie heute kennen. Die alten Sorten wurden als Futter für die Haustiere genutzt. Der Böhmische Strunk wurde in der DDR gern von Kaninchenzüchtern gefüttert. Eigentlich ist es aber viel zu schade darum, dazu ist er viel zu schmackhaft.
Lt. Hahn, Paul (1953): Helfer zur Gemüsesortenwahl Die großen Knollen eignen sich infolge ihrer Zartheit gut für Gemüsezwecke, geben aber auch besonders in Vorgebirgslagen ein vorzügliches Viehfutter. Die Knollen der Sorte „Böhmischer Strunk Weißer" eignen sich sehr gut für Winterlagerung und Einmietung.
Die Vermehrung des Kohlrabi erfordert eine Überwinterung der besten Knollen, da es sich um eine zweijährige Art handelt. Um die guten Eigenschaften zu erhalten, sind immer mehrere (mind. 10 Pflanzen) auszulesen, die dann abblühen, ansonsten droht eine Inzucht-Degeneration. Mehrere Hobbygärtner berichteten bereits über dieses Phänomen. Somit ist ein Hobbyzüchter im Kleingarten doch etwas überfordert. Und auch einen "Blauen Böhmischen Strunk" gab es einmal.
Leider können wir kein Saatgut abgeben!
Lt. Internetrecherche erhältlich bei: Dreschflegel, Samenbau Nord-Ost, Bio-Saatgut
Aus Mildenau meldete sich jetzt ein Vermehrer des Böhmischen Strunks, der Saatgut abgeben kann. Bei Interesse genügt eine Mail über das Kontaktformular, dann teile ich die Adresse mit.
Hahn Schmidt : Kohl- und Wurzelgemüse- - Arbeiten des Sortenamtes für Nutzpflanzen , Band 2, Deutscher Bauernverlag Berlin , 1. Aufl. 1951
Geschichte des Kohlrabi: Die Herkunft und Zeitpunkt der Entstehung sind unklar. Er ist eine Zuchtsorte des Kohls, bei dem die verdickten Sproßachsen genutzt werden. Kohlrabi gehört zu den Kreuzblütlern.